Hoffi und die Kfz-Technik - Teil 5
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- Erstellt am Donnerstag, 11. August 2011 10:15
- Zuletzt aktualisiert am Freitag, 21. Oktober 2011 16:06
- Geschrieben von Hoffi
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Und nun, zuletzt - der Pkw.
Mein erster eigener Pkw war der schon kurz erwähnte Borgward Lloyd 400. Er hatte eine Plastekarosse, einen Zweizylinder-Zweitaktmotor und Frontantrieb. Der Hintergedanke war einfach. Ich war entschlossen, wieder nach Hause zu den Eltern zu gehen, wollte mir ein kleines Auto mitnehmen, in den man zu gegebener Zeit einen Trabantmotor einsetzen könnte.

So sieht ein Lloyd 400 von Borgward aus.
Meiner war auch weiß, sah aber nicht so gepflegt aus.
Aber es kam nicht soweit. Ich bekam in Dresden keine Einfuhrgenehmigung und musste ihn verkaufen. Angebote für viel Geld bekam ich genug. Aber ich durfte ihn nur an den staatlichen Handel, die DHZ1), verkaufen und bekam nur den offiziellen Zeitwert.
Erst nach dem Unfall mit der MZ ES 250/0 1972 begann meine Pkw-Zeit. Ich fand eine Anzeige in
der Zeitung, dass ein DKW F7 Kombi zum Verkauf stand und der auch nicht viel kostete. In Ohorn. Ich holte mir diesen. Hach, war das ein Spaß. Der war als Lkw zugelassen, war ein Fahrgestell DKW F5, Motor DKW F7, Karosse war umgebaut zu einem Kombi, aber 4 Sitze. Die Karosse war aber mit Blech beschlagen.
Als ich ihn meinen Kollegen vorführte, großes Gelächter und er bekam sofort den Spitznamen "Brödelauto", was soviel hieß wie "Brötchen-Auto".
Was nun folgte, war auseinandernehmen. In der Wasserstraße am Stadtbad stellte mir dazu der Gebauer-Carle seine Werkstatt zur Verfügung. Er war Drechselmeister und führte hier seinen Handwerkbetrieb, bis er altersmäßig nicht mehr konnte, er war bereit über 80.
Alles wurde genau untersucht, Verschleißteile gewechselt, Federn vom Schmied wieder aufgesprengt, Motor war noch ok, neuer Akku und dann wurde er lackiert. Da ich nur die Farbe nehmen konnte, die es im Handel gerade gab, wurde er zweifarbig, oben blau und die untere Hälfte schwarz, lackiert. Das sah aus!
Aber er fuhr. Einmal fuhren wir damit nach Dresden zum Fußball Dynamo Dresden. Mit 9 Mann! Da er als LKW zugelassen war, dachte ich, acht Mann Zuladung geht. Das war 'ne Fahrt. Alle hatten wir unseren Spaß daran.
Auch eine Fahrt in die CSSR nach Decín war mal angesagt. Nachts. Ich war froh, als wir wieder
Zuhause waren und ich nicht eingeschlafen bin.
Lange hatte ich ihn nicht. Es fand sich ein IFA F8, der in noch guten Zustand war, den ich kaufen konnte.
Eine Anmeldung eines Trabbi bei der DHZ lief schon ein paar Jahre, aber man musste ja bis zu 16 Jahre warten.
Der F8 hatte zwei unangenehme Eigenschaften: Die Antriebe der Räder, konische Zapfenwellen, hielten nicht besonders und damit war öfters mal Ende der Fahrt angesagt, wenn eine Seite durchdrehte. Das zweite Teil war der sog. "Christbaum" im Getriebe. Ersatzteile gab es ja kaum, aber in Ohorn in der Getriebefabrik wurde hin und wieder dieser Christbaum aufgelegt und da konnte ich mir immer einen besorgen. Die Karosse war aus Holz, mit imprägnierten Leinen bespannt. Diese Karossen wurden im Karosseriewerk in Radeberg gefertigt, da gab es noch einige Fachleute, die sich Ersatzteile weggelegt hatten und nun auch Reparaturen fachgemäß durchführen konnten. Also ging es noch mit diesem "Oldtimer".
Erst als ich anfing, Diskothek (s.a. Diskotheken in der DDR) zu machen, wurde es anders. Nun brauchte ich einen stärkeren PKW, der auch einen Hänger mit der Diskoanlage ziehen konnte. Diskotheken in der DDR waren ja Reiseunternehmen.
Einen modernen Pkw bekam man nur für viel Geld, oft bis zum 5fachen des eigentlichen Wertes.
Also musste ein älterer Veteran heran.
So bekam ich sehr günstig einen Moskwitsch 403i.E. von einem Lehrer. Er hatte sogar schon Sicherheitsgurte. War im gepflegten Zustand und auch nicht zu teuer. Hängerkupplung gab es auch, also das ideale Fahrzeug. Man muss dabei wissen, der 403i.E. war ein Zwischending zwischen Moskwitsch 407 und 408. Der Motor war schon 408er, die Karosse noch 407, der sog, Buckel. Die 408er-Karosse hatte schon eine Pontonform.
Leider währte die Freude nur kurz. Als mich eines Tages einer in der Dresdener Straße von Radeberg zum Mitfahren winkte und ich rechts heranfuhr, um anzuhalten, fuhr mir ein Lada hinter drauf. Der Fahrer war abgelenkt und hatte mich nicht anhalten sehen. Versicherung nützte hier nicht viel, sie zahlen ja nur Zeitwert, der war um vieles geringer, als ich für einen Guten gebrauchten zahlen müsste. Reparatur war nicht drin, Freunde von mir, die Fachleute waren, stellten fest, die selbsttragende Karosse mit Hilfsrahmen war so verzogen, dass eine Reparatur nicht möglich war.
Ich besorgte mir einen 407er, der vorübergehend genügen musste. Auch hier hatte ich kein Glück
. In einer Kurve schnitte ein Lkw und es kam zur Kollision.
Da entdeckte ich in Dresden einen 403i.E, der an einer Straße stand, mit Zettel, zu Verkauf. Der Preis war ok. Aber es gab einiges zu tun. Zylinder schleifen, neue Kolben, Kurbelwelle schleifen, neue Pleuel und die Karosse war in den Radkästen teilweise durchgerostet. Also ging ich die Sache an.
Damals arbeitete ich schon bei Hentschel-Galvanik und hatte eine kleine Ecke auf dem Betriebsgelände, wo ich das Auto aufbockte und mit Autogenschweißen die Rostteile entfernte und neue Bleche einschweißte. Mein Meister unterstützte mich.
Autolack bekam ich nur grün. Die Karosse wurde geschliffen, grundiert mit Filler und Spachtel alle Unebenheiten beseitigt und immer wieder fein schliffen. Dann brachte ich ihn in Dresden zu einem Freund, der nebenbei Autos lackierte. Grundfarbe grün. Seitlich abgesetzt mit schwarz und rotem Streifen, zwei parallele schwarze Streifen links über das Dach und der Kühlergrill auch schwarz-rot abgesetzt. Auf die Motorhaube brachte ich noch die Worte "HORIZONT DISCO" an. Das war ein feines Wägelchen.
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| Hier stehe ich an meinem Moskwitsch auf einen Berliner Hinterhof. Es war die Zeit mit meiner "Horizont-Diskothek Radeberg". Ich hatte eine Mugge2) in Berlin 1984. |
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| wie oben, hier mit meinen Kollegen, Andreas Siebenhaar. (1984) |
Aber mit ihm hatte ich auch kein Glück. Die Hinterachsfedern, Blattfedern, wurden schwach und ich musste sie wechseln. Das geschah, aber ich schaffte nur eine, die rechte, bevor ich ins Erzgebirge zu einer Disco-Veranstaltung musste. Alles verlief gut, als ich aber meine damalige Technikerin nach Hause nach Dresden bringen musste, scherte er in einer eigentlich linken Kurve aus, drehte sich um 180° und fuhr rückwärts auf einen Baum. Das war sein Ende.
Ich besorgte noch einen weiteren, aber als man mir nach einer Veranstaltung Alkohol nachwies und der Führerschein für drei Monate einzog, ließ ich mich nur noch von anderen fahren.
Zu den Geschichten mit meinen Moskwitschs schreibe ich noch einen Extrabeitrag.
Als ich mich nach der Wende 1989 selbständig machte, war wieder ein Pkw angesagt. Noch vor dem Geldumtausch nahm ich über einen Geschäftsfreund in Augsburg Kontakt mit einem Kfz-Händler in München auf. Er war Ford-Händler.

Ford Sierra Turnier. So in etwa sah meiner aus. Aber silberfarben.
Hier suchte ich mir einen Ford Sierra Turnier mit 2Ltr.-Maschine aus. Dieser sollte auf Leasing für meine Firma, damals eine GmbH, erworben werden. Alle Verträge wurden geschlossen und am Tag des Geldumtausches wurde er mir nach Radeberg gebracht. Hei, war das ein feines Auto. Ich musste die Überbringer nach Leipzig zurückbringen und auf der Rückfahrt mit meiner Frau konnte ich ihn mal richtig testen. Die Autobahn war damals ja noch nicht so voll.
Am nächsten Tag Zulassungsstelle in Dresden. Eine Mitarbeiterin von mir, meine Frau und ich wechselten uns beim Anstehen ab. Es waren Hunderte von Menschen, die jetzt ihren neuen "Westwagen" anmelden wollten.
Im Juni wurde er angemeldet, im August fuhr ich mit ihm in den Urlaub nach Ungarn, als ich zurückkam, machte die Bank Ärger wegen fehlender Sicherheitsleistungen dreier Gesellschafter, da ging ich mit der GmbH in den Konkurs. Ein Verfahren gab es wegen mangelnder Masse nicht. Der Wagen ging an die Leasinggesellschaft zurück. Ich machte als Alleinunternehmer weiter.
In der GmbH-Zeit hatte ich bei der Stasi-Auflösung preiswert einen Wartburg 353 Limousine erworben. Der blieb mir nach dem Konkurs.
Ich kaufte noch einen gebrauchten Lada und im März 1991 holte ich mir auf Leasing einen 2-Ltr.-Seat-Toledo. Leider ein Montagauto. In den drei Leasingjahren musste ich die Scheiben der Vorderbremse wechseln, er hatte nur "Spar-Brems-Klötze" und das bekam den Scheiben nicht. Dann kam auch die Kupplung, es war eine sich selbst einstellende, aber eben teuer im Wechsel. Und die Krönung war, da fiel ein Getriebebolzen in das Getriebe und zerschlug dann das Getriebegehäuse. Das war ein großer Schaden und teuer. Auch das ABS-System kam kurz nach dem Ende der Garantie. Mein Händler verweigerte den Tausch aus Kulanz, da ging ich zu einem anderen in Kamenz und der machte mir den Austausch.
Nach Ablauf der Leasingzeit kaufte ich mir einen gebrauchten VW-Passat mit 1,6 Ltr. Dieselmotor. Wartburg und Lada waren längst verschrottet.
Als sich nun meine Rentnerzeit ankündigte, erwarb meine Frau für uns einen 1,2 Ltr. Opel-Corsa, den wir noch heute haben. Aber der ist sicher auch 2012 am Ende. Da bekommt er keinen TÜV mehr.

Unser derzeitiges Auto.
Das war einmal. Am 18. Oktober 2011 haben wir den Opel in einen KIA Picanto "getauscht". Die Reparaturen wurden zu groß und kostspielig, so dass ein Kauf eines neuen Kfz, unter in Zahlung geben des Alten, notwendig wurde. Der Picanto ist Baujahr 2007 mit ca. 52.000 km und gutem Zustand. Er hat ABS, Seiten- und Frontairback, viel Elektronik, Funkfernveriegelung der Türen usw. Einfach das, was heute ein modernes Auto hat. Ein niedlicher Stadtflitzer

Zu den Bildern:
Da ich leider nie eigene Bilder gemacht habe, bzw. keine mehr besitze, habe ich Bilder aus dem Internet zur Demonstration der Fahrzeuge eingefügt.
Bild 1: Borgward Lloyd 400 - 1955
Bild 2: DKW F7
Bild 3: IFA F8
Bild 4: Moskwitsch 407
Bild 5 und 6: Eigene Bilder
Bild 7: Ford Sierra Turnier
Bild 8: Seat Toledo 2.0
Bild 9 und 10: Eigenes Bild
Fußnoten:
(1) DHZ = Deutsche Handelszentrale (DDR)
(2) Mugge = Muskalisches Gelegenheitsgeschäft



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